What’s Your Flava | Guter vs. Schlechter Musikgeschmack

Musikgeschmack

„Wie, du hörst [ ]? Ist ja grausam. So ’nen Mist tue ich mir nicht an! Hör mal bei [ ] rein, DAS ist gute Musik.“

Kennt ihr?

Vor ein paar Tagen las ich auf odernichtoderdoch.de diesen Beitrag von Joana und ehe ich mich versah, hatte ich trotz Lernerei einen ziemlich langen Kommentar unter dem Post verfasst. Vor dem Abschicken dachte ich mir, dass es so ausführlich eigentlich schon Post-Material für meinen Blog ist. Et voilà!

Meine Begeisterung für Musik fing an, als ich circa 5 Jahre alt war. Damals war die Musik, die bei der Bravo Super Show lief das Größte für mich. Das mag daran liegen, dass es das Einzige war, was ich neben Radiomusik kannte. So einfach flutscht man als Mädchen in die Boygroup oder Britney Spears Phase.

Auf der weiterführenden Schule fing es dann an, dass manche Songs cool waren und andere eben nicht. Damals war R’n’B so richtig im Kommen, ebenso wie Hip Hop. Mit beidem konnte ich nicht so viel anfangen, ich blieb währenddessen weiterhin meinen Boybands treu. (Es waren nun nicht mehr Caught in the Act und Backstreet Boys, sondern Westlife und Blue. Später folgten B3, B4-4, O-Town und sogar US5 habe ich noch etwas mitgenommen, falls es jemanden interessiert. 😀)

Mein erster Freund machte sich dann über meinen Musikgeschmack lustig und ich fand dafür seinen – Rammstein – völlig daneben.

Seitdem hat sich natürlich einiges getan. Mittlerweile mag ich Musikrichtungen von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie gerne hören würde. Dabei wusste ich vorher meistens noch nicht einmal wie verschiedene Genres überhaupt klingen.

Spätestens als bei mir zuhause das Internet einzog gab es auch Musik außerhalb von dem was bei Top of the Pops (RIP – Ich vermisse es immer noch) und Get the Clip lief. MySpace war damals eine wahre Fundgrube an Musik für mich, man konnte nach Genres und ähnlichen Künstlern suchen. Ich habe stundenlang nach neuen Künstlern und Songs gesucht, es war wunderbar.

Natürlich haben auch neue Menschen, die ich kennenlernte, neue Musik mit in mein Leben gebracht. Musik verbindet eben, deswegen teilt man die Musik, die einem lieb ist, gerne mit anderen. Dabei entdeckte ich Musik die mir sehr gut gefiel, manche sagte mir allerdings auch nicht zu. So ist das eben. Auf jeden Fall ist es eine tolle Art neues zu entdecken. Ohne einige Personen wäre ich wohl nie dazu gekommen Deep House oder Techno zu hören, weil mich die Lieder die ich bis dato kannte absolut grausig fand.

Aber Techno ist halt nicht immer gleich Techno, genauso wie das mit allen anderen Genres ist. Noch nicht einmal alle Lieder eines Künstlers sagen mir meistens zu. Genauso wie man dort differenzieren sollte, muss man das bei der Pop-Musik machen.

Musikgeschmack Konzert
Gab es je eine Zeit in der Popmusik, Mainstream, nicht verschrien war? Mir gefällt nicht alles aus den Charts, aber viel Musik die ich mag gefällt nun einmal nicht nur mir, sondern der breiten Masse. Die Toten Hosen zählen doch somit genauso zur Populären Musik wie One Direction. Mit Mühe ein Musik Hipster zu sein und bloß nur das zu hören, was unbekannt ist, wäre mir viel zu anstrengend. Und sinnlos.

Ich gröle weiterhin freitags-nachts im Rosenrot in Düsseldorf mit, wenn die live-Version von Robbie Williams‘ „Angels“ aufgelegt wird – genauso wie alle anderen Anwesenden, die zuvor zu House, Hip Hop und R’n’B tanzten. Und in dem Moment schämt sich keiner dafür, weder Frau noch Mann, den kompletten Text auswendig zu können.

Irgendwann wird man halt erwachsen. Die Musik wächst mit, aber ich freue mich ebenso alte Lieder zu hören, die mich an meine Kindheit, Personen und Momente erinnert. Niemals möchte ich mein erstes Konzert missen, meine erste selbstgekaufte CD oder das Lied, welches mich an meinen ersten Freund erinnert. Trotzdem freue ich mich auf das nächste Lied, dass bei mir wochenlang rauf und runterlaufen wird, da ich einfach nicht genug davon bekommen werde.

Von daher ist es doch eigentlich egal, welche Musik andere Menschen hören. Lasst euch mitnehmen in andere Welten und inspirieren, stellt fest was ihr mögt und was nicht, egal welcher musikalische Stempel sich darauf befindet.

In diesem Sinne, frohes Musik hören und bis bald.

*Originalbilder von splitshire.com; Bearbeitung von mir

Related:

No Comments

  • Reply Dear June

    Wie wahr, wie wahr! Jeder sollte hören dürfen, was ihm gefällt und kein Anderer sollte dies kritisieren. Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden. Mir geht es aber auch oft so, dass ich denke zu "mainstream" zu sein und mich deshalb schäme, dass ich beispielsweise viel aus den Charts höre.

    June
    http://www.dearjuneblog.blogspot.de

    15. März 2015 at 18:17
  • Reply Isabella

    Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂

    Richtig, Klassifizierung von Musik sollte nicht im negativen Sinne betrieben werden, sondern um es Hörern zu vereinfachen IHRE Musik wiederzufinden. Gerade bei den Charts muss man wirklich differenzieren können, schließlich bestehen die ja auch aus verschiedenen Musikrichtungen. Mann kann schließlich nicht alles von Adele über Coldplay bis zu Kanye West über einen Kamm scheren, finde ich.

    19. März 2015 at 14:39
  • Leave a Reply