Mitten im Leben ankommen?

Mitten im Leben ankommen

Ja, ich lebe noch. Aber der Alltag hat mich komplett eingeholt. Das Gefühl, dass die Zeit rennt und ich – wenn überhaupt – gerade so mitkomme, begleitet mich mittlerweile seit Monaten. Innerhalb von kürzester Zeit haben sich gleich drei große Dinge in meinem Leben verändert und wenn ich ein wenig Ruhe zum Nachdenken finde, dann kommt es mir noch immer ein wenig unrealistisch vor. Aber fangen wir vorne an:

Das Studium beendet

Tja, wie ihr eventuell hier schon gelesen habt, hatte ich vor einigen Monaten meine letzte Amtstat als Studentin hinter mich gebracht und meine Bachelorarbeit abgegeben. Und sogar bestanden. Damit ist mein Studium nun erfolgreich beendet. Aber wie das manchmal so ist, waren die letzten Monate des Studiums die härtesten überhaupt. Das einzige, was mich motiviert hat, war das zum Greifen nahe Ende. Neben der Panik, direkt nach dem Studium arbeitslos auf der Straße zu hängen, ist die Bachelorarbeit in den Hintergrund gerückt. Wohnungssuche, Bewerbungen schreiben und wissenschaftliches Arbeiten – das war etwas zu viel. Und nein, ich neige natürlich nicht zu Übertreibungen.

Die eigene Wohnung

Die plötzliche Suche nach einer neuen Wohnung neben der Bachelorarbeit hat sich nach einigen Wochen als erfolgreich erwiesen und so konnte ich direkt nach der Abgabe dieser jener mit der Umzugsvorbereitung anfangen. Bewusst wahrgenommen hatte ich das Ende des Studiums sowieso noch nicht. Die Freude war auch noch nicht allzu groß, da die Bewerbungsphase bis dato immer noch erfolglos vor sich hin schlich. Zum Glück hatte ich ganz viel Hilfe von wundervollen Menschen, die mich während des Umzugs immer wieder motiviert haben und mir stets zur Seite standen. Zwar ging es im Endeffekt relativ schnell, aber ich habe schon ein paar Tipps für euch, wie man das ganze noch besser organisieren kann. Im Nachhinein habe ich eine Liste voller Sachen, die ich vorher einfach nicht bedacht hatte. Dazu kommt bald ein Post. Aber auch auf persönlicher Ebene war das kein leichter Prozess. Ich bin ein sehr ortsbezogener Mensch, und obwohl ich nur etwas über einen Kilometer von meiner alten Heimat weggezogen bin, war das ungewohnt für mich. Zudem hat der Umzug meinem Kater Artemis sehr zu schaffen gemacht, ich fühlte mich die ersten Nächte sehr unwohl und der kleine Helios hat die Wohnung auf den Kopf gestellt. Leider musste ich mich aus vielen verschiedenen Gründen nach relativ kurzer Zeit plötzlich von Helios trennen und ihn in ein neues Zuhause geben, in dem er sich aber zum Glück sehr schnell eingelebt hat und pudelwohl fühlt. Trotzdem brach es mir das Herz.

In der Arbeitswelt angekommen

Ein paar Tage nach meinem Einzug in die eigene Wohnung hatte ich das entscheidende Bewerbungsgespräch. Ich sag ja, es ging alles Schlag auf Schlag. Ungefähr zwei Wochen später, einen Tag nachdem Helios bei mir auszogen ist, hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Eine Achterbahn der Emotionen. Mit überschminkten Augenringen wurde ich aber wundervoll in der Agentur empfangen und bekam direkt die beste Kaffeemaschine der Etage gezeigt. Ein Traum! Auch nach über drei Monaten kann ich sagen, dass ich froh bin, die Arbeitsstelle angenommen zu haben. Mein Team ist super, die Arbeit ist interessant und wie viel arbeitsrelevantes Wissen man innerhalb von kürzester Zeit aufnimmt.

Leider hatte das alles auch seine Nachteile. Ständig hatte ich während der letzten Monate das Gefühl, mich nicht richtig auf eine Sache konzentrieren zu können und andere wichtige Aufgaben liegen lassen zu müssen. Das hat mich wahnsinnig gestresst. Bei all dem Glück und Erfolg den ich hatte, war mir trotzdem nicht nach Freude zumute. Das kommt jetzt gerade erst, ganz langsam, nachdem ich mich die letzten Wochen nur auf die Arbeit, auf mein Zuhause und auf mich konzentriert habe. Denn neben dem stressigen Alltag war auch kaum Zeit für etwas anderes. Neue Aufgaben, neue Kollegen, neue Verantwortung..

Daran, die Zeit nach der Arbeit noch effektiv zu nutzen, muss ich also noch arbeiten. Es wird schon etwas besser, denn die ersten Wochen lag ich nach Feierabend fix und fertig auf der Couch und wollte einfach nur noch schlafen gehen. An’s Bloggen oder Fotografieren war überhaupt nicht zu denken. Doch jetzt kommen mir immer mehr Ideen und die Motivation kreativ zu sein, steigt wieder. Artemis und ich fühlen uns in der Wohnung wohl und haben uns gut eingelebt.

Die Tage vergehen so schnell und der Alltag fühlt sich manchmal so unrealistisch an, als sei es nicht meiner. Manchmal stehe ich in meiner Wohnung und frage mich: Wie und wann ist das eigentlich passiert?

Ich habe immer noch nicht das Gefühl ganz „angekommen“ zu sein, mitten im Leben, aber vielleicht kann ich euch auf diesem Weg ja mitnehmen.


Schreibt mir gerne, ob ihr euch mit dem Gefühl identifizieren könnt und ob ihr ähnliche Situationen kennt.

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