Färben mit Henna [Sante]

Sante Henna Naturrot
Für Experimente bezüglich Haarfarben war ich schon immer zu haben. Dadurch, dass ich allerdings keine Produkte mehr von Firmen mit Tierversuchen verwende, wurde die Auswahl an Farben auf die Eigenmarke von Rossmann beschränkt.

Dazu kam, dass selbst dauerhafte Colorationen bei mir meist schon nach einem Monat so sehr verblasst sind, dass ich wirklich nie ein Ansatzproblem hatte. Das kann natürlich von Vorteil sein, aber Spaß macht es natürlich nicht, wenn man etwas länger was von der Farbe haben möchte. Einmal im Monat Nachfärben ist schließlich nicht erstrebenswert, wenn man gesundes Haar haben möchte.

Mit dunkleren Colorationen habe ich also eigentlich schon lange nichts mehr am Hut. Mitte diesen Jahres färbte ich meine Haare noch einmal dunkelrot, da mir meine Haare davor von blonden Strähnchen zu hell wirkten, als ich mir die Haare kurz schneiden ließ. Fragt nicht. Ich war einfach mit der Gesamsituation auf  meinem Kopf unzufrieden und wollte etwas verändern. :) Haare waren schon kurz, blieb also nur noch die Farbe übrig. Wie man an dem „vorher“ Bild gleich sehen kann, sind sie in der „Länge“ auch schon wieder einen guten Ticken heller als meine Naturhaarfarbe. Am Ansatz arbeite ich alle paar Monate mal mit Aufhellungsspray. Das war es auch schon fast zu dem Ausgangsmaterial.

Nun waren meine Haare wieder ziemlich gesund und ich wollte einfach mal eine Hennafarbe ausprobieren, da diese nicht schädlich, sondern sogar pflegend sein sollen. Gespannt war ich hier natürlich sehr auf die Haltbarkeit.

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Zur Färbeprozedur kann ich sagen, dass es wirklich ein großer Unterschied ist zu normalen Colorationen. Angefangen damit, dass man das im trockenen Zustand schon stinkende Pulver mit Tee oder heißen Rotwein anrühren muss (um ein gutes und intensives Ergebnis zu erlangen). Jedem der seine Haare mit der Matsche färben möchte, lege ich einen Pinsel und eine weitere Hilfsperson sehr ans Herz. Wirklich – ihr müsst da sonst noch einmal durch. (Ratet mal, wer das nicht glauben wollte. 😉 ) Tipps zum Färben, ohne dass hinterher das Bad neu renoviert werden muss, holt ihr euch also am besten wo anders.

Entgegen der Packungsbeilage empfohlenen Stunde der Einwirkzeit habe ich mich auf ein dutzend Youtuber verlassen, und den Gestank ungefähr drei Stunden ausgehalten. Ich saß in der Zeit vor Netflix, mit der beiligenden Plastikhaube auf dem Kopf und einem Handtuch darüber.

Das tatsächliche Ergebnis der Prozedur übertrifft definitiv die Farbkraft von dem folgenden Bild. Der intensive Orangestich ließ sich einfach nicht festhalten – ich wollte aber auch nicht so stark nachbearbeiten, um ein übertriebenes Ergebnis zu vermeiden. Hier also die harmlose, durch die Kamera geschwächte, Version.

Henna Sante Naturrot
Das Ergebnis war entgegen meiner Erwartung zuerst sehr intensiv, mir schon etwas zu krass. Eine Woche lang kam dann bei jeder Haarwäsche noch ordentlich Farbe herunter, sodass die Haarfarbe relativ schnell einem natürlicheren rot glich. Den Haaren ging es aber sehr gut, sie fühlten sich wie gewohnt an und ich konnte weder Haarbruch noch Irritationen auf der Kopfhaut feststellen.

Dann folgte irgendwann auch die große Überraschung: Obwohl die Farbe anfangs blasser wurde, blieb doch ein kräftiger Rotstich zurück und nach einem Monat bildete sich ein sehr unschöner Ansatz. Trotzdem blickten vereinzelt blonde Strähnchen durch das rot hindurch. Je nachdem in welchem Licht ich mich befand, musste ich an Möhren untereinander denken. Das hat natürlich mit meinen vorherigen Färbereien zutun und ist vermutlich nicht etwas, worum man sich eigentlich Gedanken machen muss.

Da ich auf die orangene Phase verzichten wollte, hab ich mittlerweile meine Naturhaarfarbe mit einer chemischen Coloration darüber gefärbt, da auch der Braunton von Sante laut Verpackung auf rot-stichiger Ausgangsfarbe zu noch intensiverem rot führt. Nein danke, das Risiko war mir zu hoch.

Schlussfolgernd kann ich sagen, dass das Färben mit Henna tatsächlich eine haarschonende Alternative ist, wenn einem die angebotenen Farben zusagen. Sich vor dem Färben Videos bei Youtube anzuschauen hilft ungemein und man sollte vielleicht sogar eine Probesträhne färben, um einschätzen zu können wie intensiv das Ergebnis bei welcher Einwirkzeit und welcher Zubereitungsart wird. So kann man die Gefahr als Warn-Boje durchzugehen bestimmt umgehen.

Gerade für Personen, die gerne rote Haare hätten und von der fehlenden Leuchtkraft und Haltbarkeit von normalen Colorationen enttäuscht sind, sollten hier einen Versuch wagen. Auch anderen kann ich die Farbe empfehlen – macht euch nur vorher Gedanken darüber, wie ihr mit einem Ansatz umgehen wollt und zieht dementsprechend in Erwägung, dass möglicherweise noch einmal mit Chemie gefärbt werden muss, um das Rot wieder los zu werden, falls es nicht gefällt.

Falls ihr noch Fragen habt, immer her damit in den Kommentaren.

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