E-Books, Kindle und echte Bücher

Wie lange werden wir nun eigentlich schon von Amazon mit seinem Kindle, Kindle Touch und nun auch dem Kindle Paperwhite genervt? Ich erinnere mich noch an eine Zeit davor – jeder Buchkauf wurde bei mir gut durchdacht, denn wohin sollte man bloß noch damit?

Mitte 2012 hat die Werbung mich dann also auch endlich kleinbekommen und ich fuhr sogar bis ans Ende der Welt (Staples in Duisburg – mitten im Nichts) um einen Kindle Touch zu erwerben. War der Entschluss nämlich erst einmal gefasst (ca. nachts um 3 Uhr), musste die Anschaffung auch sofort geschehen – wie bei allem anderen auch – und wenn ein Sonntag kurz bevor steht hilft auch die gute Prime Versand nicht weiter.

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Also zog ich Samstagvormittags los, setzte mich hoch motiviert in den Zug und legte eine gefühlte Stunde später ungefähr 150 Euro für den grauen Schatz hin.

Nach all der Zeit möchte ich nun einmal über meinen Leseverhalten bezüglich Buch und E-Book reden.

Vorweg gesagt, bin ich jemand der Bücher sehr mag und auch viel liest, allerdings verbringe ich auch viel Zeit am PC oder mit dem Lesen von Uni-Skripten und Fanfiction (jaja), sodass ich Romane eher phasenweise lese, dann aber auch richtig verschlinge. Wenn mich ein Buch fesselt, ist es auch gern mal innerhalb von ein oder zwei Tagen ausgelesen. Auf diese Weise wird ein Bücherregal natürlich schnell voll. Zu voll. ‚Es-gibt-keinen-Platz-mehr-für-neue-Bücher‘-voll.

Ich habe schon viele Aussagen gehört von Menschen, die sagen sie würden das Lesen eines richtigen Buches genießen und das Gefühl von Papierseiten in der Hand und dem Duft von einem neuen Buch könnte kein E-Book Reader ersetzen. Auf der einen Seite bin ich da eher praktisch veranlagt und favorisiere es, dass ich meinen Kindle mit einer Hand festhalten kann und diese auch zum Blättern reicht, so kann ich mit der anderen Hand im Winter meine Tasse Kakao festhalten oder meinen Kopf abstützten. Das fand ich bei Büchern nämlich immer schon ziemlich nervig. Hardcover musste man generell mit zwei Händen festhalten und bei Taschenbüchern alle paar Minuten die Seite umblättern. Gemütliches im Bett liegen und lesen war somit nicht möglich. Das ist zwar meckern auf hohem Niveau – aber ich sehe das als großen Pluspunkt für die elektronische Buchvariante an.

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Nun erst einmal zu dem Grund, warum ich mich gerade für ein Gerät von Amazon entschieden habe. Zu über 90 Prozent lese ich Bücher nur auf Englisch. Schon bevor ich zu E-Books umgestiegen war, kaufte ich fast alle Bücher über Amazon, da es hier einfach die größte und günstigste Auswahl gab. Ob andere Händler ihr fremdsprachiges Angebot mittlerweile ausgedehnt haben weiß ich nicht, vor zwei Jahren jedenfalls war dieses alles andere als zufriedenstellend für mich. Da war auch das Argument, dass ein Kindle nur E-Books die über Amazon gekauft werden „abspielen“ kann, kein Nachteil.

Um bei dem riesigen Angebot zu bleiben: Nicht nur hat so ein E-Book Reader massenhaft Speicherplatz (E-Books sind schließlich von der Dateigröße her nicht so groß), womit man nur wenige hundert Gramm in der Tasche mit sich herumträgt, aber gleichzeitig hunderte von Büchern bei sich hat. Diese kann man zwar hinterher nicht alle schön mit ihren teilweise wundervollen Buchrücken in einem Regal stehend betrachten, aber man kann schließlich nicht alles haben. 😉

Wer viele Bücher liest, weiß auch, dass dies ein ziemlich teures Hobby sein kann. Grundsätzlich sind E-Books meiner Erfahrung nach mindestens ein paar Euro und teilweise sogar um die Hälfte günstiger als die Taschenbuch- oder Hardcoverversion. Viele Klassiker gibt es bei Amazon umsonst, und immer wieder werden viele Bücher für unter fünf Euro angeboten. Neuerscheinungen haben natürlich immer noch ihren Preis, aber generell kann man sagen, dass sich die Kosten der Kindle-Anschaffung bei Viellesern nach einigen Monaten mit dem Ersparten an günstigeren E-Books ausgleichen. Ausgenommen natürlich der Leute, die ihre Bücher nach dem Lesen tauschen oder verkaufen.

Eine weitere praktische Funktion des Kindles ist, dass man selber Textstellen markieren kann und diese in einem Separaten Dokument gespeichert werden. Optional kann man einstellen, dass man die markierten Stellen anderer Leser dieses Buches ebenso sieht. Ich finde es immer ganz interessant beim Lesen, welche Textstellen andere Leser sich markiert haben, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Ob die Funktion bei der Konkurrenz auch vorhanden ist, weiß ich nicht.

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Und trotzdem kaufe ich immer noch regelmäßig richtige Bücher. Denn so vorteilhaft einige der oben genannten Punkte sind, gilt dies für mich nur bei Romanen. Fachbücher und somit Nachschlagewerke sind meiner Meinung nach nur sinnvoll wenn man in diesen auch tatsächlich etwas nachschlagen kann.

Mein Bücherregal ist somit mittlerweile besetzt von diversen Fachbüchern der BWL und VWL, über Wale und Delfine, Gesetzestexten für die Uni und Magazinen über Photografie. Alles andere findet sich auf meinem Kindle wieder. Ist doch auch schön, wenn man den ein oder anderen Schnulzenroman sinnbildlich hinter „klugen“ Büchern verstecken kann, oder?

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Wie sieht es bei euch aus? Bleibt ihr Büchern treu oder habt ihr auch schon längst einen E-Book Reader? Wo kauft ihr generell Bücher und E-Books?


Offtopic

Wie ihr sehen könnt, lese ich gerade The Maze Runner von James Dashner. Das Buch steht schon seit Jahren auf meiner Leseliste und nun ist es kurz vor zu spät, denn übernächste Woche kommt die Verfilmung schließlich schon in die Kinos. Und da ich mir die Filme zu guten Büchern selten entgehen lasse (ja – ich stehe auf Enttäuschungen) und dazu auch noch Dylan O’Brien (in Deutschland unbekannt aus der Serie Teen Wolf) mitspielt, ist mein Kinobesuch eine sichere Sache.

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