Die grausame Realität der Tierversuche

Seit Ewigkeiten schiebe ich diesen Blog-Post nun vor mir her. Ich finde es nicht leicht, so schwierige, umfangreiche und wahrscheinlich sogar auch meinungsspaltende Themen passend in einem Post anzusprechen.

Das größte Problem liegt hier tatsächlich bei dem Umfang der Informationen. Dazu kommt, dass ich keine Expertin bin, sondern mir lediglich die für mich wichtigen und relevanten Informationen zusammengesucht habe um mir eine eigene Meinung bilden zu können.

Ich habe das Thema Tierversuche in der Kosmetik schon auf meinem alten Blog angesprochen, da dieser hier sehr lange nur ein Blog war, mit dem ich irgendwann einmal anfangen wollte. Nun ist der alte Blog offline, somit auch der damalige Post zu dem Thema. Aus dem Grund folgt dieser jetzt. Da er schon etwas älter ist, werde ich danach noch ein paar aktuelle Worte dazu schreiben.

Tierversuche_Kosmetik

Post vom 24.06.2013, etwas abgeändert, erschienen auf Lifestyleblog Bella-Eve

Dieses Jahr im März wurde ein Gesetzt verabschiedet, dass Tierversuche für Kosmetikprodukte und -inhaltsstoffe in der EU verboten sind und diese Artikel auch nicht hier verkauft werden dürfen. Das ganze ist ein guter Schritt in die richtige Richtung, der aber leider von den meisten Firmen gekonnt umgangen wird.

Dass Inhaltsstoffe, die nicht ausschließlich für Kosmetika (Stichwort Chemikaliengesetz) hergestellt wurden, weiterhin getestet werden dürfen und prinzipiell die Inhaltsstoffe eines jeden Produktes, welches in China verkauft werden darf, an Tieren getestet werden muss, ist die Realität. Tierversuche in der Pharmazie möchte ich hierbei völlig außen vor lassen. Ich will ebenso gar nicht zu sehr auf Details eingehen, sondern das Bewusstsein auf dieses heikle Thema lenken.

Jetzt zu meinem persönlichen Schockmoment vor ein paar Tagen: Die Liste der Konzerne, die trotz alternativer Möglichkeiten Inhaltsstoffe zu testen, immer noch Tierversuche durchführen oder durchführen lassen. Wenn ich dann mal auch nur teilweise mein Kosmetikfach und Badezimmerschrank durchgehe:

Beiersdorf (u.a. Nivea, Eucerin), Coty (u.a. Manhattan), L’Oreal Group, Henkel (u.a. Fa, Schwarzkopf, Syoss), Estee Lauder (u.a. M.A.C.), Procter & Gamble (u.a. Maxfactor, Head & Shoulders, Pantene)

und die Liste geht fast unendlich weiter, so kommt es mir vor. Ein Blog, den ich gefunden habe, hat eine Liste die immer wieder aktualisiert wird verfasst: schaut her. Ebenso gibt es eine Liste von Animals Liberty.

Wenn ihr euch diverse Artikel durchlest, geht es euch vielleicht genauso wie mir, und ihr seid erstmal fassungslos. Mir war die Allgegenwärtigkeit nicht bewusst. War ich vielleicht nur besonders naiv? Ich habe mir beim Kauf von Kosmetik nie Gedanken darüber gemacht, dass die Gewinne der einzelnen Marken bzw. Tochterfirmen an einen Konzern gehen, der wahrscheinlich Tierversuche ‚unterstützt‘. Sei es Beiersdorf, Johnson & Johnson oder ein anderer. Mittlerweile gibt es doch alternative Thestmethoden und unzählige Inhaltsstoffe die schon längst getestet wurden.

Aus dem Grund gibt es auch Positiv-Listen, wie die auf dem schon oben genannten Blog, die Marken aufführen die sich von Tierversuchen glaubwürdig distanzieren. Um von denen auch auch ein paar zu nennen:

Cosnova (Essence, Catrice), DM Eigenmarken*, Rossmann Eigenmarken, Rewe Köperpflege, Real Körperpflege, Lush, Make Up Academy (MUA), Illamasqua, Sleek Cosmetics

und auch diese Liste geht zum Glück noch um einiges weiter.

Ich habe mir nun Gedanken darüber gemacht, ob ich mein Kosmetik-Kaufverhalten komplett umstellen kann und nur noch auf Marken, von denen ich „weiß“ dass sie tierversuchsfrei sind, zu kaufen. Generell sollte dies kein Problem darstellen, wenn man es tatsächlich will und mit den Informationen aus dem Internet arbeitet. Allerdings gibt es ebenso Marken wie *Alverde, bei denen sich die Geister streiten, ob nun wirklich Tierversuche involviert sind oder nicht.

So werde ich also ab nun verfahren:

Sollte es sich aus Verträglichkeitsgründen vereinbaren (und da sehe ich momentan kein Problem), kaufe ich nur noch Kosmetik und Pflegeprodukte von Marken, die meines Informationsstandes nach tierversuchsfrei sind. Dass dies nicht immer tatsächlich so ist, kann ich leider nicht verhindern, aber ich werde besten Gewissens vorgehen.

Also wird es auch auf diesem Blog ab sofort nur noch Produkte geben (abgesehen von Produkten die ich schon besitze und aufbrauche – diese werden allerdings nicht explizit vorgestellt um jegliches ‚anfixen‘ zu umgehen) die für mich dazu zählen.

Ich finde es schade, dass das Thema in der Beauty-Blogger Welt so wenig vertreten ist, zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht aus Unwissenheit darüber, dass gefühlte 90 % der Marken die man kennt mehr oder weniger involviert sind, genauso wie es bei mir bisher war. Ich hoffe, dass sich dies auf Dauer ändert, denn die Masse kann etwas verändern.

Ebenso hoffe ich, dass die großen Konzerne weiterhin an der Entwicklung von alternativen Testmethoden arbeiten und den chinesischen Markt nicht nur als Geldquelle sehen, die unbedingt ausgeschöpft werden muss, sondern daran arbeiten dass sich die Gesetzesgrundlage dort ändert. Das ist wahrscheinlich sehr utopisch und allein die Tatsache, dass die Estée Lauder Gruppe (jahrelang tierversuchsfrei) diese Gesetzte einfach so hingenommen hat, anstatt ihre Macht zu nutzen um dagegen anzugehen, zeigt, dass es den großen Firmen erstmal nur um’s Geld geht.

So, das waren meine Gedankenansätze zu diesem Thema. Ansätze deshalb, weil es da natürlich noch viel mehr zu zu sagen gibt, aber das würde diesen Eintrag sprengen. Ich hoffe, die Verlinkungen geben euch bei Interesse noch einen tieferen Einblick in das Thema. Bei Fragen, Anregungen oder Verbesserungen freue ich mich auf eure Kommentare.


Nach fast einem Jahr kann ich sagen, dass es für mich nur an ein paar wenigsten Stellen schwierig war Tierversuche komplett zu umgehen. Zum Einen steht meine Haut mit meinen damaligen Foundations von Catrice und P2 auf  Kriegsfuß. Zum Anderen wirken bei mir sämtliche Deos von Balea und Co. beim Sport und im Sommer nur bedingt.

Abgesehen davon fällt es mir überhaupt nicht schwer. Mich interessiert es gar nicht mehr, was die ganzen Marken für Kosmetik auf den Markt bringen, da das Angebot tierversuchsfreier Marken doch eigentlich wirklich groß genug ist. Ich achte mittlerweile auch stark darauf Putzmittel von Denk Mit oder Frosch zu kaufen.

Letztes Wochenende gab es in einigen Innenstädten große Infostände, bei denen der Verein Ärzte gegen Tierversuche Passanten auf die Aktualität und Grausamkeit aufmerksam machen wollten. Es gab darauf hin auch ein gewisses Medieninteresse, zumindest wurde auf dem WDR von dem Infostand in der Düsseldorfer Innenstadt berichtet.

Ich hoffe weiterhin, dass viele Menschen und auch gerade Beauty Blogger sich mit dem Thema Tierversuchen in der Kosmetik beschäftigen werden. Mit Ignoranz kommen wir leider nicht weiter. Und für die Deppen, die tatsächlich Pro-Tierversuche sind: Verschwindet sofort von diesem Blog und kommt auch gar nicht erst wieder!

Natürlich wird es immer Stimmen geben, die Vermerken, dass man gar nicht alle Marken umgehen kann die irgendwie mit Tierversuchen (egal in welchem Bereich), Kinderarbeit oder generell Menschenarmut zutun haben. Das mag stimmen. Aber ich persönlich fühle mich dafür verantwortlich, irgendwo damit anzufangen und aktiv dagegen anzugehen. Natürlich kann ich nicht die ganze Welt verbessern. Aber jeder kann klein bei sich anfangen und einen Beitrag zum Gesamtergebnis leisten. :-)

Nun folgt eine Liste an schon oben genannten Info-Seiten:

1 Comment

  • Reply Balea Dusch-Bodyprodukte [Review] - Three Flights Up Lifestyleblog

    […] den ich das erste Mal bei Nivea wahrgenommen habe. Die Marke fällt aber für mich aufgrund von Tierversuchen […]

    23. Februar 2016 at 19:53
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